Am Anfang einer jeden Missionsreise steht der
Glaube. Die klassischen Missionsreisenden sind Christen, die sich
schon seit den Anfängen ihrer Religion auf den Weg machten, um
andere Menschen von ihrem Glauben zu überzeugen. Der bekannteste
Missionsreisende der christlichen Geschichte ist Paulus, der auch
nach seiner Heimkehr seine Missionsgemeinden mit Briefen, z.B. an
die Korinther, bedachte. Aber auch andere Religionen, wie das
Judentum oder der Islam, kennen die Reise zum Zweck der
Glaubensverbreitung. Dabei scheuen die Missionare weder Kosten noch
Mühen, oftmals sind sie für viele Jahre unterwegs und gehen große
Gefahren ein. Die Methoden, die sie anwenden, um andere für ihren
Glauben zu gewinnen, sind dabei sehr unterschiedlich. Während es im
Kolonialzeitalter üblich war, mit Gewalt und Druck zu missionieren,
sind Missionsreisen heute anders geprägt. In den meisten Fällen
haben sie Länder der Dritten Welt als Ziel und die Missionare
helfen den Menschen dort, ihre Not ganz praktisch zu lindern. Sie
bieten medizinische Hilfe, Lebensmittel und logistische
Unterstützung, bauen Schulen und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Ganz
nebenbei werden z.B. christliche Werte vermittelt und der Glaube
als Stütze in schweren Zeiten vermittelt. Gott wird als Retter
dargestellt und der religiöse Lebensstil als einzige Lösung der
Probleme. Missionare zeichnen sich im Idealfall durch selbstlose
Hingabe für ihre Überzeugung aus. Sie tragen ihr humanitäres
Weltbild zu anderen und versuchen, das Ungleichgewicht auf der Welt
zu mindern, Not zu lindern und die Seelen der Menschen zu retten.
Missionsreise: Andere Länder andere Regionen
In vielen Ländern sind Missionare nicht
unbedingt willkommene Gäste, weil die Angst vor Missionierung nach
wie vor groß ist. Nachrichten über gefangen genommene Missionare,
besonders in islamischen Ländern haben in den letzten Jahren
zugenommen. In einigen Fällen ist die Skepsis nicht unbegründet, da
fundamentale Missionare teilweise mit mittelalterlichen Methoden
und veralteten Horrorszenarien versuchen, die Menschen von ihrem
Glauben zu überzeugen.
Missionsreise: Die Bedeutung einer Missionsreise
Von allen anderen Reiseformen unterscheidet die Missionsreise
besonders, das sie zwar den persönlichen Horizont des Reisenden
erheblich erweitert, aber nicht zur Erholung dient. Die Missionare
leben unter einfachen Bedingungen, meistens eng mit den zu
Missionierenden zusammen und erhalten für ihre Bemühungen keine
Entlohnung, sondern zahlen ihre Reise- und Lebenshaltungskosten
selber. Angehörige der Religionsgemeinschaften, die nicht selber
missionieren, spenden häufig Geld für die Mission, weil sie die
Werbung weiterer Mitglieder als ihre religiöse Pflicht ansehen.
Missionsreisen sind immer zielgerichtet, die Missionare wollen
ihren - wie auch immer gearteten - Auftrag in der Ferne erfüllen,
auch um den eigenen Seelenfrieden zu finden und sich einen Platz im
Himmel zu sichern.